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für Eigeninitiativen
zur Schaffung von Arbeitsplätzen

1. Ausgangslage

Arbeitslosigkeit tritt in Meinungsumfragen als wichtigstes politisches Thema, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als wichtigste politische Aufgabe hervor. Die Zahl der Arbeitslosen hat inzwischen eine Dimension erreicht, bei der es wohl niemanden mehr gibt, der nicht entweder persönlich von Arbeitslosigkeit bedroht oder betroffen ist oder der zumindest in seinem sozialen Umfeld ganz konkret mit diesem Phänomen konfrontiert wird.

In dem Masse, wie sich die Wirtschaft durch täglich neue, immer gigantischere Fusionen, durch massiven Arbeitsplatzabbau und durch die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer für den globalen Wettbewerb rüstet, gehen die Steuereinnahmen, die Kaufkraft und — damit — die Binnennachfrage drastisch zurück, explodieren zugleich die Kosten für die Finanzierung der Arbeitslosigkeit. Kleine und mittlere Unternehmen mit wenig Eigenkapital fallen den Umsatzrückgängen als erste zum Opfer, wie die Konkursstatistiken der letzten Jahre in erschreckender Weise belegen.

Qualifizierte und hochmotivierte Menschen mit langjähriger, volkswirtschaftlich wertvoller Berufserfahrung werden in die Langzeitarbeitslosigkeit 'hineingezogen', nachdem das mittlere Management im Rahmen des wirtschaftlichen Strukturwandels in bedeutendem Ausmass wegrationalisiert wurde. Einerseits vernichtet die Wirtschaft also ihre Ressourcen an Fachwissen und Berufserfahrung selbst, andererseits mehren sich die Klagen über das schlechte Ausbildungsniveau der Schulabgänger. Die Etat-Kürzungen bei Forschung und Bildung versprechen wenig Besserung für die Zukunft. Für viele Auszubildende stellt sich bereits jetzt die Frage, ob sie überhaupt jemals Zutritt zum Erwerbsleben erhalten werden.

Die Politik ist angesichts dieser Entwicklung völlig gelähmt. Die globalen Konzepte und Massnahmen zum Abbau der Arbeitslosigkeit verschlingen Unsummen von Steuergeldern und versagen allesamt den gewünschten Erfolg, ja selbst die Erfolgsaussichten sinken mit jedem weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Längst ist das Reagieren an die Stelle des Agierens getreten. Arbeitslosigkeit wird eher verwaltet als wirksam bekämpft, permant leere Haushaltskassen infolge rückläufiger Steuereinnahmen und steigender Kosten für die Finanzierung der Arbeitslosigkeit zwingen zu einem eisernen Sparkurs, weshalb — und das ist besonders absurd — auch im Öffentlichen Dienst immer mehr Arbeitsplätze abgebaut werden.

Weil niemand mehr überzeugt ist, dass die Politik ihre wichtigste Aufgabe zu lösen vermag, wächst in der Bevölkerung die Bereitschaft zu eigenem Engagement. Politikkonsum und Politikabstinenz sind einem neuen politischen Bewusstsein, politischer Verantwortung, politischer Handlungsbereitschaft und sogar der Bereitschaft zum Verzicht auf Geld und Privilegien gewichen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue Arbeitsplätze zu schaffen — doch dieses neue Potential wird noch nicht einmal ansatzweise genutzt...

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2. Zielsetzung

Das Forum konstituiert sich als lokale, regionale, überregionale und internationale Plattform von und für Menschen mit politischer Verantwortung und politischer Handlungsbereitschaft, durch deren Zusammenarbeit und Koordinierung konkret Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Das Forum initiiert und fördert zu diesem Zweck lokale Initiativen. Erfolgreich abgeschlossene Initiativen sollen mit dem zugehörigen Wissen sofort einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, damit sie möglichst schnell an möglichst vielen Orten als Modell übernommen und ebenfalls realisiert werden können. Auf diese Weise entsteht binnen kurzer Zeit ein globales, hochdynamisches Netzwerk lokaler Initiativen, das die in der Bevölkerung vorhandenen, immensen Potentiale an kreativen Ideen, Verantwortungsbewusstsein, Handlungs- und Verzichtsbereitschaft aufgreift und nutzbar macht, die bisher meist ungenutzt verpuffen. Die Koordination des Netzwerks über die nationalen und sprachlichen Grenzen hinaus führt ihrerseits zu neuen Arbeitsplätzen auf allen Niveaus, besonders spannend aber sind zweifellos die zu erwartenden neuen Typen von Arbeitsplätzen, die sich aus bestehenden Nachfragen ergeben, für die es bis heute kein adäquates Angebot gibt.

Das Forum masst sich nicht an, den 'Stein der Weisen' zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit gefunden zu haben. Es wird aber getragen von der Überzeugung, dass die Arbeitslosigkeit deutlich geringer sein könnte, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte in die Lösung der wichtigsten politischen Aufgabe einbezogen und Steuergelder nicht in die Verwaltung der Arbeitslosigkeit, sondern in die Schaffung neuer Arbeitsplätze investiert würden.

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3. Zielgruppen

Stellensuchende, die flexibel und motiviert sind, sich lokal zu engagieren, um sich durch Eigeninitiative im Rahmen des Forums einen neuen Arbeitsplatz zu schaffen, auf dem sie ihre Fähigkeiten und ihre Berufserfahrungen voll zur Entfaltung bringen können, auch wenn eine berufliche Umorientierung damit verbunden sein sollte. Auch Auszubildende sollen in diesen Prozess einbezogen werden.

Engagierte Mitbürger, die selbst keinen neuen Arbeitsplatz benötigen, aber im Rahmen einer konkreten Initiative vor Ort Zeit und/oder Geld investieren, den Erfolg der Initiative mitherbeiführen und hautnah miterleben möchten.

Unternehmer und Entscheidungsträger in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), denen selbst die Mittel zur Schaffung eines neuen Arbeitsplatzes fehlen, die aber aufgrund ihres sozialen Engagements und aufgrund ihrer politischen Verantwortung einen finanziellen Beitrag im Rahmen ihrer Möglichkeiten leisten möchten. Sie bauen damit zugleich an einem neuen sozialen Netzwerk, das vielleicht einmal auch ihren eigenen Mitarbeitern zugutekommt, wenn Entlassungen nicht mehr zu vermeiden sein sollten.

Grossunternehmen, die Fördermittel regional oder überregional in ein erfolgreiches, hochdynamisches und auf die Schaffung von Arbeitsplätzen spezialisiertes Netzwerk lokaler Initiativen investieren möchten, aus sozialer Verantwortung, doch auch aus der Erkenntnis, dass Massnahmen zur Schaffung von Arbeitplätzen für Kaufkraft und Binnennachfrage sorgen, von der sie mittelfristig selbst profitieren.

Entscheidungsträger aus der Politik, die das Forum als einen mittel- und langfristig wirksamen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erkennen und deshalb finanziell unterstützen möchten. Ihnen gefällt die Idee, über das Forum Steuergelder ohne aufwendige Bürokratie und hohe Verwaltungskostenanteile unmittelbar in die Schaffung von Arbeitsplätzen zu investieren, die sich anschliessend selbst tragen.

Menschen mit Ideen, die globales Denken mit Detaildenken verbinden und daher über eine Konstellation von Fähigkeiten verfügen, die in unseren Gesellschaften rar geworden ist. Kreativität, kombiniert mit dem Weitblick des Generalisten und der Detailgenauigkeit des Spezialisten, ist gefordert, um die vielen Anregungen aus der Bevölkerung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aufzunehmen und in Richtung auf neue Berufsprofile und völlig neue Lösungswege zu kanalisieren.

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4. Organisation

Das Forum kann hinsichtlich seiner Organisationsform und Funktionsweise am besten mit dem Internet verglichen werden. Es stellt ein Kommunikationsmedium auf der Basis eines offenen Netzwerks miteinander verbundener Repräsentanzen dar, die unabhängig voneinander lokal agieren und die Ergebnisse ihrer Initiativen einander zur Verfügung stellen. Die Repräsentanzen des Forums werden in bestehende Firmen integriert, deren Infrastruktur mitgenutzt werden kann. Lediglich die Verwaltung der Forums-Gelder erfolgt über speziell einzurichtende Treuhandkonten, die mit den notwendigen Kontrollmechanismen ausgestattet werden. In der Startphase besteht das Forum aus den Repräsentanzen der beiden Initiatoren, Petra Buntenbach (Aachen) und Armin Biermann (Bern) und erhält dadurch von Beginn an einen internationalen Charakter. Die Initiatoren entscheiden über die Zulassung weiterer Repräsentanzen, nehmen folglich im Forum gemeinsam die Rolle des Internet Network Information Centers wahr, der obersten Instanz für die Vergabe von Internet-Adressen.

Aufgrund der angedeuteten Parallelen bietet es sich geradezu an, dass das Forum bereits in der Pilotphase im Internet präsent ist, um seine Funktion als internes und externes Kommunikationsmedium optimal zu erfüllen. Zu diesem Zweck wurden bereits die Adressen www.eigeninitiative.ch und www.eigeninitiative.de reserviert. Die Web Sites sind insbesondere auch als Anlaufstellen für Stellengesuche, für Stellenangebote und für die Kontaktaufnahme seitens interessierter Förderer vorgesehen. In der Startphase setzt das Forum Werbemassnahmen ein, z.B. werbewirksame Veranstaltungen, um möglichst viele Menschen zu erreichen, die für eine Mitarbeit im Forum oder in konkreten Initiativen interessant oder an einer solchen Mitarbeit interessiert sind. Ein enger Kontakt mit den Medien ist ebenfalls vorgesehen.

Eine wissenschaftliche Begleitung der Pilotphase wird angestrebt. Interessenten setzen sich mit Armin Biermann direkt in Verbindung.

Das Forum tritt nicht in Konkurrenz zu staatlichen Fördermassnahmen gegen die Arbeitslosigkeit, sondern strebt vielmehr eine enge, privilegierte und unbürokratische Zusammenarbeit mit den entsprechenden Stellen an, insbesondere bei Aus- und Weiterbildungsmassnahmen.

Erste konkrete Initiativen zur Schaffung von Arbeitsplätzen befinden sich personell und konzeptionell bereits in den Startlöchern. Für die Anschubfinanzierung und für den Ausbau der Infrastruktur des Forums werden vor Beginn der Pilotphase Fördermittel aus Politik und Wirtschaft sowie aus privater Hand gesucht. Interessierte Förderer setzen sich bitte mit dem Initiator des eigenen Landes in Verbindung und erhalten dort auch nähere Einzelheiten zum aktuellen Stand der Entwicklung.

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03.05.2001

© Armin Biermann EDV-Consulting, Morellweg 6, CH-3007 Bern
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